Grüne kritisieren Darstellung der Polizei

Überfall auf Ecuadorianer war ausländerfeindlich

Die Darstellung der Pressestelle der Polizeidirektion Nord, bei dem Überfall auf ausländische Studierende am vergangenen Samstag in Magdeburg handelte es sich „nach derzeitigen Erkenntnissen nicht um eine ausländerfeindliche Straftat“, kann nach Faktenlage so nicht aufrecht erhalten werden. Dies erklärt der demokratiepolitische Sprecher des sachsen-anhaltischen Landesverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Magdeburger Stadtrat Sören Herbst, der die Opfer gestern im Krankenhaus besuchte.

Zwar wurde bei dem Angriff, bei dem ein aus Ecuador stammenden Student schwer und zwei Frauen leicht verletzt wurden, auch eine Handtasche geraubt. Bei dem Angriff auf den jungen Gaststudenten ging es jedoch nicht darum, etwas zu entwenden. Dem Mann wurde nichts geraubt. Vielmehr zielte der brutale Angriff gezielt auf den dunkelhäutigen Mann, dabei fielen eindeutige Beschimpfungen wie „Scheiß Ausländer“. Diese Aussagen wurden bei der Polizei auch zu Protokoll gegeben.

Herbst: „Möglicherweise führten Kommunikationsprobleme zwischen der Pressestelle und den ermittelnden Beamten zu der Einschätzung der Pressestelle. Die Ermittlungen in diesem Fall führt nicht ohne Grund der für politisch motivierte Gewalt zuständige polizeiliche Staatsschutz durch. Bei einem brutalen Überfall durch Rechtsextreme, der unter verbalen Äußerungen wie ‚Scheiß Ausländer‘ erfolgt, nicht von ausländerfeindlicher Gewalt sprechen zu wollen, halte ich für gewagt.

Unter Berücksichtigung der aktuellen Faktenlage ist diese Interpretation der Pressestelle der Polizei nicht richtig.“

Die Täter verletzten den Ecuadorianer gemeinschaftlich mit Schlägen und Fußtritten ins Gesicht schwer. Als die Mädchen dem jungen Mann zu Hilfe kommen wollten, wurden diese ebenfalls angegriffen und zogen schmerzhafte Prellungen davon. Erst im Weggehen sei einem der Mädchen dann noch die Handtasche abgestreift worden. Einer der Täter, der in U-Haft sitzt, ist als Rechtsextremist bekannt und einschlägig vorbestraft.

„Wir müssen bei den Problemen mit Rechtsextremismus in unserem Land ehrlich sein. Das Frisieren der Statistik, indem der rechtsextreme Hintergrund von Straftaten verschwiegen wird, sollte der Vergangenheit angehören. Die Polizei muß ihre Darstellung daher ändern.“ fordert Sebastian Striegel, Mitglied im Landesvorstand und innenpolitischer Sprecher.

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