Offener Antwortbrief an den Bürgermeister der Gemeinde Schkopau

Am 10. Februar 2011 erreichte uns ein Schreiben des Schkopauer Bürgermeisters Detlef Albrecht (CDU), in dem er unsere Pressemitteilung vom 17. Januar 2011 bezüglich seiner Verleugnung des Klimawandels kritisiert.

Wir haben Herrn Albrecht geantwortet und dokumentieren an dieser Stelle unseren Offenen Brief. Wir haben außerdem inzwischen erfahren, dass in Schkopau auch ernsthaft über die Herausforderungen des Klimawandels diskutiert wird. Am 3. März 2011 treffen sich dazu BürgerInnen und Gemeinderäte mit mehreren Experten zu einer Podiumsdiskussion, auf der über Anpassungsmöglichkeiten der Gemeinde an Klimaextreme diskutiert wird. Wir laden herzlich zur Teilnahme ein.

Und hier nun unser Offener Brief:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

Ihre Mail vom 10.02.2011 haben wir erhalten. Ihre Anrede befremdet uns. Wir freuen uns aber, dass Sie einer inhaltlichen Debatte über den derzeit stattfindenden Klimawandel aufgeschlossen gegenüber stehen.

Leider sind die von Ihnen aufgeführten Beispiele nicht geeignet, fundierte Kritik zu üben. Gerade Waldsterben und das Ozonloch markieren Gegebenheiten, in denen menschliches Handeln mit auslösend ist. Sie zeigen aber auch: Verändertes menschliches Verhalten kann helfen, diese Phänomene zu bekämpfen. Natürliche geringfügige Schwankungen in der Ozonschicht, auf Sonnenaktivität zurückgehend, sind schon länger bekannt. Der massive Abbau der Schicht, also das gegenwärtige Ozonloch (bzw. Löcher), wird nach heutigem Wissensstand jedoch durch die vom Menschen zusätzlich in die Atmosphäre gebrachten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verursacht. Inzwischen ist die Zerstörung der Ozonschicht nicht weiter vorangeschritten, was sich besonders mit ersten Erfolgen des Montreal-Protokolls erklären lässt, das die Unterzeichnerstaaten zur Reduzierung und schließlich zur vollständigen Abschaffung der Emission von chlor- und bromhaltigen Chemikalien verpflichtet. Es wird allerdings noch einige Jahrzehnte dauern, bis sich die Ozonschicht vollständig regeneriert hat.

Auch das Waldsterben ist ein komplexes Phänomen, jedoch mindestens teilweise auf menschliche Handlungen zurückzuführen. Umweltverschmutzung (insbesondere sog. Saurer Regen) sowie bodennahes Ozon und Stickoxide tragen hierzu bei. Vor allem durch Rauchgasentschwefelungsanlagen und andere Maßnahmen zur Verminderung der Luftverschmutzung konnten Verbesserungen erreicht werden. Der Zustand der Wälder gibt aber bis heute Anlass zur Sorge.

Der Klimawandel ist maßgeblich durch menschliche Einflüsse bestimmt. Menschliches Handeln kann helfen, ihn zu begrenzen. Hier sind wir in der Verantwortung. Nicht mit Schuldzuweisungen, sondern durch konkretes Tun.

Sehr geehrter Herr Albrecht,

wir sind gern bereit, auf Ihr Angebot zur Diskussion zurückzukommen. Wir gehen davon aus, dass es im Sinne einer fairen Debatte notwendig ist, unsere Argumente darzulegen. Ihre Sicht hat bereits Raum im Elster-Saale-Auen-Kurier gefunden. Wir stehen gern für einen Debattenbeitrag im Kurier zur Verfügung und gehen davon aus, dass Sie diesen sicher zur Verfügung stellen werden, um allen Bürgerinnen eine unvoreingenommene Meinungsbildung zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Striegel

Am 10. Februar 2011 schrieb Detlef Albrecht an den Kreisverband Saalekreis von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Sehr geehrte Gutmenschen von den Grünen,

ich hätte es ja vorgezogen, über den Klimawandel eine inhaltliche Debatte mit Ihnen zu führen. Aber da Sie inhaltlicher Auseinandersetzung lieber mit Wahlkampfgeplapper aus dem Wege gehen (offenbar fehlen Argumente), will ich auch dazu Stellung nehmen.

Meine Ansichten zum Thema sind Herrn Bommersbach weder bekannt, noch habe ich mich zum Artikel im Kurier mit Ihm abgestimmt. Also können Sie ihn ruhig rauslassen aus der Debatte. Ich vermute, dass Sie dann auch das Interesse an einer weiteren Aufarbeitung der Argumente verlieren.

Ich verfolge keine politischen Absichten mit meinem Anstoß zum Nachdenken und Abwägen der existierenden Meinungen zu einem sehr komplexen System (Klima). Leider werden unsere Bürger/innen immer mal wieder verunsichert, dass sie sich schuldig fühlen für den CO2 Ausstoß, den sie mit ihren geliebten Autos erzeugen. Man hat ihnen vor 30 Jahren erzählt, dass sie für das Waldsterben verantwortlich sind, dann für die Vergrößerung des Ozonloches und jetzt natürlich für den Klimawandel. Nur dumm, dass die Wälder noch stehen und sich gerade das Ozonloch wieder schließt. Trotz steigendem CO2 Gehalt? Wie hängt das wohl zusammen? Sollten tatsächlich nicht vom Menschen beeinflussbare Ereignisse dafür verantwortlich sein? Aber dann  brauchten wir ja die Grünen nicht, die uns erklären, wie wir mit mehr Abgaben die Institute finanzieren, die uns erklären, dass wir Menschen schuld sind. Jeder braucht halt seine Daseinsberechtigung. Übrigens verschiebt sich gerade das Magnetfeld der Erde. Ich bin schon gespannt, wie uns die Besitzer der Wahrheit erklären, wie die Menschen das geschafft haben.

Abweichende Meinungen werden von Ihnen diskriminiert und als Esoterik und Unsinn abgetan. Interessanter Ansatz einer Debatte mit einem Kommunalvertreter.

Noch eine letzte Bemerkung. In der Presseerklärung sagen sie, dass die Ursache des Klimawandels von den allermeisten Wissenschaftlern der Welt anerkannt ist. Nicht immer in der Geschichte der Menschheit ist das, was die allermeisten mitgemacht haben, gut ausgegangen.

Also erlaube ich mir, unseren Menschen weiterhin auch Denkanstöße zu geben und anzuregen, denen zu misstrauen, die glauben und verkünden, ein Recht auf die Wahrheit zu haben.

Detlef Albrecht
Bürgermeister Schkopau

Schulstrasse 18
06258 Schkopau
Tel. 03461 7303-510
Fax 03461 7303-55-510

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