Grüne begrüßen Absage der Veranstaltung mit Thilo Sarrazin – Kirche darf Rassisten kein Podium bieten

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt begrüßen die Absage des für morgen geplanten „Halberstädter Abends“ des evangelischen Kirchspiels mit dem umstrittenen Autor Thilo Sarrazin (SPD).  Es äußert sich Sebastian Striegel, Mitglied im Landesvorstand:

„Dem biologistisch-rassistischen Weltbild von Thilo Sarrazin darf in Kirchgemeinden keine Bühne geboten werden. Die leider viel zu späte Absage des „Halberstädter Abends“ ist deshalb richtig. Ich beglückwünsche die Veranstaltenden zu dieser späten Einsicht und hoffe, dass Thilo Sarrazin auch nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kein kirchliches Podium für seine kruden islamfeindlichen und rassistischen Thesen geboten wird. Sie sind mit dem christlichen Menschenbild ebenso wenig vereinbar wie mit der Überzeugung, dass alle Menschen gleich sind.

Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind Phänomene, die die ganze Gesellschaft betreffen. Mit ihrem Themenjahr „Nächstenliebe verlangt Klarheit“ hat die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland im Jahr 2008 ein deutliches Zeichen gesetzt und sich positioniert.

Ich bin sicher, dass diese Positionierung über das Themenjahr hinaus reichen muss. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bleiben dauerhafte Herausforderungen für die Demokratie und das friedliche Zusammenleben in unserem Land. Ich hoffe, dass die Evangelische Kirche sich hier auf Leitungs- und Gemeindeebene weiterhin und nachhaltig einbringt.“

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3 Kommentare

  1. Sebastian

    Zahlen lügen nicht. Aber sie zeigen nie die ganze Wahrheit.

    Und wer diese Zahlen liest, der kommt nicht umhin einzugestehen: Das deutsche Bildungssystem selektiert. Es sorgt dafür, dass die (soziale) Herkunft entscheidender ist, als die jeweiligen Kompetenzen. MigrantInnen werden im deutschen Bildungssystem benachteiligt. Genauso, wie übrigens Kinder aus HartzIV-Familien.

    Deshalb: Wir stehen für bessere und gerechtere Bildungschancen für alle.