Nach Schändung der Gedenkstele: Erinnern und Handeln für Demokratie notwendig

Die nunmehr vierte Schändung der Gedenkstele für die ermordeten Sinti und Roma aus Merseburg wird von Sebastian Striegel, Mitglied des Landtags, vehement verurteilt. Den Initiatoren der Stele, der Merseburger Geschichtswerkstatt, versicherte Striegel seine Solidarität und Unterstützung.

Striegel: „Dass ausgerechnet in der Nacht zum 8. Mai, dem Tag des alliierten Sieges über den Nationalsozialismus, die Stele für die ermordeten Sinti und Roma in Merseburg ein weiteres Mal angegriffen wurde, ist kein Zufall. Der Vorfall verweist auf die anhaltende Bedrohung von Demokratie und friedlichem Zusammenleben durch Neonazis in Merseburg und im Saalekreis.

Im Stadtgebiet waren in der Nacht zum Sonntag zudem an mehreren Stellen illegal verklebte Plakate von Neonazis aufgetaucht, die das Andenken an den 8. Mai als „Befreiungslüge“ verunglimpften. Die Polizei ist aufgefordert, einen Zusammenhang mit der offenbar planvoll ausgeführten Zerstörung der Gedenkstele zu prüfen und aufzuklären.“ Striegel mahnte die Verantwortlichen in der Stadt, ihren Blick nicht einseitig auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen, wie Videoüberwachung, zu richten: „Überzeugungstäter lassen sich auch durch Kameras nicht abschrecken.“ Notwendig sei stattdessen mehr Engagement für Demokratie und gegen Neonazis sowie die Unterstützung all jener, die Neonazis durch ihr Engagement etwas entgegensetzen. „Vor den Aktivitäten von Neonazis darf niemand seine Augen verschließen. Sie bedrohen unsere Demokratie. Am 20. März haben in Merseburg über 600 Menschen für die NPD gestimmt. Am 18. Juni wollen Neonazis, angeführt durch ein NPD-Mitglied aus der Region, parallel zum Schlossfest erneut durch Merseburg ziehen. Ich hoffe, dass sich viele Menschen den Neonazis entgegenstellen. Von den Verantwortlichen in Merseburg erwarte ich, dass endlich überzeugende Ideen für ein langfristiges Engagement für mehr Demokratie vorgelegt werden.“

Striegel betonte, dass er die Merseburger Geschichtswerkstatt in ihren Aktivitäten weiter unterstützen wolle. Er sagte seine Mithilfe auch für die Reparatur oder den Ersatz der zerstörten Gedenkstele zu.

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