MDR-Aufwartung für einen Diktator ist unangebracht

Die Kette der negativen Vorfälle beim Mitteldeutschen Rundfunk reißt nicht ab: Stasi-Vorwürfe, Verluste bei Finanzspekulationen, Veruntreuungen beim Kinderkanal, Betrugsdelikte und nun die Aufwartung für einen Diktator. Nach aktuellen Berichten in „Bild am Sonntag“ soll das MDR-Fernsehballett bei der Geburtstagsfeier des tschetschenischen Diktators, Ramsan Kadyrow, aufgetreten sein.

„Als Miteigentümer der privatisierten Holding ,Deutsches Fernsehballett des MDR‘ trägt der Mitteldeutsche Rundfunk Mitverantwortung auch für deren Geschäftstätigkeit. Diktatoren die Aufwartung zu machen, darf kein Geschäftsmodell für den MDR sein. Kadyrow ist als Diktator in Tschetschenien verantwortlich für Verschleppungen, Folterungen, Vergewaltigungen und andere Menschenrechtsverletzungen. Er kann kein Partner für den öffentlich-rechtlichen MDR sein“, erklärt der demokratiepolitische Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Sebastian Striegel. Er hofft, dass mit der anstehenden Berufung einer/eines neuen IntendantIn eine Person im Sender Verantwortung übernimmt, die dem betriebswirtschaftlichen Controlling beim MDR endlich eine Bedeutung verleiht, ähnlich der des Landesrechnungshofes in der Politik. Striegel: „Ich erwarte neben einem Ende der Misswirtschaft und von Skandalen, dass ein/e neue/r IntendantIn auch das Selbstverständnis des Senders demokratisch, transparent und unabhängig ausbuchstabieren wird!“

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