„Mangelnde Sensibilität und fehlendes Einfühlungsvermögen“

Nach den durch Presseberichte offenbar gewordenen Fehlleistungen von Polizeibeamten in Mücheln (Saalekreis) zeigt sich der innenpolitische Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Sebastian Striegel, empört und resigniert:

„Fast sechs Jahre nach der Verbrennung des Tagebuchs der Anne Frank in Pretzien, fünf Jahre nach dem Überfall von Neonazis auf Theaterschauspieler in Halberstadt sowie nach ungezählten Vorfällen, bei denen Polizeibeamte die Opfer rechter Gewalt nicht angemessen behandelten oder eklatante Fehler bei der Ein- und Zuordnung der Straftaten machten, lassen einen die Geschehnisse in Mücheln nur noch kopfschüttelnd zurück.

Es zeugt einmal mehr von mangelnder Sensibilität und fehlendem Einfühlungsvermögen, wenn Opfer von Straftaten durch Beamte behandelt werden, wie dies in Mücheln offenbar geschah. Es wirft darüber hinaus Fragen auf, wenn die Polizei aufgrund von ,Übermittlungsfehlern‘ den rechten Tathintergrund gegenüber der Öffentlichkeit verschwiegen haben will.
Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden im Innenausschuss auf Aufklärung drängen. Wir wollen insbesondere wissen, ob der Notruf adäquat bearbeitet wurde, warum die Polizei erst nach verhältnismäßig langer Zeit vor Ort war und warum sie in der berichteten Weise am Tatort agierte. Außerdem werden wir die Prinzipien polizeilicher Öffentlichkeitsarbeit in Fällen wie diesem hinterfragen.

Wir erwarten insbesondere auch Aussagen von Minister Stahlknecht, wie er durch verbesserte Fortbildungen für die eingesetzten Beamten dafür sorgen will, dass sich Vorkommnisse wie in Mücheln nicht wiederholen.“

„Ich hatte gehofft, dass solche polizeilichen Fehlleistungen der Vergangenheit angehören.“

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