Rechter Angriff in Bad Dürrenberg: Öffentliche Solidarisierung notwendig

Der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel verurteilt den Angriff von Neonazis auf alternative Jugendliche in der Nacht auf Samstag in Bad Dürrenberg:

„Rund zehn Vermummte haben in der Nacht auf Samstag in Bad Dürrenberg mit Baseballschlägern, Kabeln und Zaunlatten auf eine Gruppe alternativer Jugendlicher eingeprügelt und diese durch Schläge, Tritte und den Einsatz von Pfefferspray verletzt. Mehrere Jugendliche mussten sich ambulant im Krankenhaus behandeln lassen. Der Angriff trägt die deutlichen Merkmale rechter Gewalt. Nicht-rechte Jugendliche sollen offenbar durch wiederholte Gewalttaten aus der Stadt vertrieben werden. Ihre Präsenz ist Neonazis ein Dorn im Auge. Der massive Angriff zeigt einmal mehr die gewalttätige Dimension des Rechtsextremismus im Saalekreis. Im Jahr 2010 gab es einen ähnlich schweren Angriff auf dem Gelände der Merseburger Papiermühle. Insgesamt wurden 2010 vierzehn und 2011 neun rechte Angriffe im Saalekreis gezählt. Mindestens zwei der Angriffe aus dem Jahr 2011 erfolgten in Bad Dürrenberg.

Ich wünsche allen Verletzten eine schnelle und vollständige Genesung. Ich erwarte, dass Polizei und Justiz die Ermittlungen zügig und gründlich führen, damit die fünf ermittelten Tatverdächtigen sowie weitere Tatbeteiligte rechtsstaatlich zur Verantwortung gezogen werden können. Insbesondere erhoffe ich, dass die Verbindungen der Tatverdächtigen in die örtliche Neonaziszene ausgeleuchtet und aufgedeckt werden.

In Bad Dürrenberg und im Saalekreis braucht es eine öffentlich sichtbare Solidarisierung mit den Opfern rechter Gewalt. Ich erwarte deshalb insbesondere von den Verantwortlichen in Bad Dürrenberg, dass sie sich zu dem Angriff verhalten. Die beste Prävention gegen rechte Gewalt und neonazistische Aktivitäten ist die Stärkung demokratischer, nicht-rechter Jugendkulturen. Hier muss Bad Dürrenberg auch in schwieriger Haushaltslage endlich konkrete Schritte unternehmen. Denn bislang fühlen sich die alternativen Jugendlichen von der Stadt nicht akzeptiert und kriminalisiert.

Dass am heutigen Tage eine friedliche Demonstration aus Protest gegen die rechten Angriffe stattgefunden hat, an der sich rund 50 Menschen beteiligten, begrüße ich.“

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