„Erneuerbare Energien sind keine Strompreistreiber“

Zur aktuellen Strompreisdebatte äußert sich Sebastian Striegel, Landtagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Die Bekanntgabe der EEG-Umlage für 2013 war für viele VerbraucherInnen und Verbraucher ein Schock: die Umlage wird zum 1 Januar 2013 von bisher 3,59 ct/kWh auf 5,3 ct/kWh steigen. Strom muss aber auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Deshalb brauchen wir eine sinnvolle und faire Verteilung der Kosten. Erneuerbare Energien sind aufgrund knapper werdender Ressourcen und des Klimawandels unverzichtbar.

Eins geht jedoch in der aktuellen Debatte völlig unter: Nicht die Erneuerbaren Energien treiben den Strompreis in die Höhe, es sind die völlig falschen Weichenstellungen der Schwarz-Gelben Bundesregierung!

Schwarz-Gelb hat die Zahl der Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit sind mehr als verdreifacht. Die Entlastung dieser Unternehmen müssen nun die Verbraucherinnen und Verbraucher sowie der Mittelstand aufbringen.

Widersinnig ist zudem, dass in der aktuellen Preisdebatte die Gesundheits-, Umwelt- und Klimakosten keine Rolle spielen. Allein die Stromerzeugung aus Braunkohle verursacht Folgekosten von 10,75 Cent/kWh, bei der Steinkohle liegt der Wert bei 8,94 Cent/kWh. Preiswerte Energie ohne Nebenwirkungen sieht anders aus.

Was wir brauchen ist eine faire Kostenverteilung zwischen der Industrie, den Energieversorgern und den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Energieversorger sind nicht gezwungen, die Erhöhung der EEG-Umlage komplett an ihre Kundinnen und Kunden weiterzugeben. Stattdessen sollten sie eine intelligente Einkaufspolitik betreiben. Die fallenden Börsenpreise für Strom müssen endlich auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommen! Der Preis für eine kWh Strom an der Leipziger Strombörse betrug in den ersten drei Quartalen 2012 4,3ct/kWh gegenüber 5,1 ct/kWh im Vorjahreszeitraum. Würden die Stromversorger Ihre gesunkenen Einkaufspreise an die Verbraucher weitergeben, läge der Strompreis um rund 2 ct/kWh niedriger!

Dieser Appell gilt gleichermaßen für die großen Energiekonzerne wie für die kleineren Energieversorger, etwa die Stadtwerke Merseburg. Gerade Stadtwerke, haben die Funktion die Preise sozial und gerecht zu gestalten. Stadtwerke sind regional verwurzelt und müssen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger handeln.

Von den Merseburger Stadtwerken erwarte ich, dass sie einen Weg finden, die Energiewende in unserer Kommune konsequent voranzutreiben und damit dauerhaft eine bezahlbare und klimafreundliche Energieversorgung zu sichern.

 

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