Tritt für Tritt zu mehr Radfreundlichkeit

Hinweis:
Inzwischen wird über den „Streit Merseburger Fahrradrampe“ in der MZ sowie beim MDR, „Dabei ab Zwei“, und im ZDF, „Hallo Deutschland“, (jeweils vom 17. Okt. 2013) berichtet:
ZDF Mediathek –> Hallo Deutschland  –> „Die Sendung am 17. Oktober“ –> „Streit um Merseburger Fahrradrampe“
Radwegecheck in Merseburg

Bildschirmfoto 2013-08-22 um 18.31.07Am gestrigen Donnerstag luden die bündnisgrünen Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel und Christoph Erdmenger zum Radwegecheck in die Kreisstadt Merseburg ein. 20 Radlerinnen und Radler, unter ihnen auch Bürgermeisterin Dr. Barbara Kaaden, David Tucker vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC), Mitglieder des Radlervereins Merseburg und radfahrende Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und begaben sich – ausgehend vom Bahnhof – auf einen zweistündigen Rundkurs durch die Stadt. An verschiedenen Stationen wurden Gefahrenstellen für Radfahrerinnen und Radfahrer identifiziert. Im Anschluss diskutierten die TeilnehmerInnen weitere konkrete Schritte, um Merseburg auf den Weg zu einer fahrradfreundlichen Stadt zu bringen.

Christoph Erdmenger, verkehrspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion: „Merseburg hat sich vorgenommen, eine fahrradfreundliche Stadt zu werden. Auf dem Neumarkt sieht man, dass dieser Weg begonnen wurde. Die dort mit der Sanierung vorgenommene Verkehrsberuhigung ist gut gelungen. Die neue Straßengestaltung birgt für Radfahrer kaum Gefahren und ist bequem nutzbar. Jetzt könnte die Straße noch als Fahrradstraße ausgewiesen werden – dazu bietet die Straßenverkehrsordnung seit einigen Jahren die Möglichkeit. Pkw dürfen dann dort weiter fahren, müssen sich aber nachordnen.

Ganz anders im darauffolgenden Straßenabschnitt der B 181 hin zu den Einkaufsmärkten nach Meuschau. Hier sind Radfahrerinnen und Radfahrer derzeit nicht einmal vorgesehen. Die Verkehrsführung ist gefährlich. Mit Radspuren auf der Fahrbahn könnte man die Situation sofort verbessern. Die Ampelschaltung am Abzweig zum Gewerbegebiet bremst Radfahrer aus. Hier muss sich dringend etwas ändern. Wir werden deshalb die für die B181 zuständige Landesregierung auf kurzfristige Maßnahmen drängen. Längerfristig wird man um den Umbau der Straße mit ordnungsgemäßen Radverkehrsanlagen aber wohl nicht herumkommen.“

Sebastian Striegel, Abgeordneter aus dem Saalekreis: „Wirklich geärgert hat uns die Situation für Radfahrerinnen und Radfahrer im Merseburger Bahnhof. Hier haben Bahn und Land viel Geld angefasst, um einen neuen Tunnel in den Westteil der Stadt und zu den Gleisen zu errichten. Die Auf- und Abgänge sind jedoch weder für Stadtradler noch für Radtouristen nutzbar, da die Radrinnen falsch konzipiert wurden. Der Fahrstuhl hingegen ist für Radgruppen und im zügigen Alltagsradverkehr keine Alternative. Auch hier werden wir mit Land und Bahn den Dialog suchen, um noch beim Abschluss der Bauarbeiten Verbesserungen zu erreichen, entsprechende Anfragen im Landtag stellen und das Land auffordern, zugesagte Fördermittel nur auszuzahlen, wenn auch die Radfreundlichkeit im Bahnhof gewährleistet ist.“

Auch die Stadt will bezüglich des Bahnhofes erneut an die Bahn herantreten und auf Lösungen für Radfahrer drängen. Bürgermeisterin Dr. Barbara Kaaden sagte zudem zu, für eine Vielzahl an identifizierten Problemstellen nach Abhilfe zu suchen und zeigte sich dankbar für Tipps und Hinweise, wie Radfahren an einigen Stellen schon mit wenig Aufwand leichter und sicherer gemacht werden kann.

Striegel abschließend: „Merseburg kann fahrradfreundlich werden. Das ist ein langer Weg. Wir wollen Tritt für Tritt zu mehr Radfreundlichkeit in Merseburg kommen. Deshalb werden wir im Januar 2014 erneut zu einem Treffen einladen, um die Antworten der Behörden und der Landesregierung auszuwerten und bereits geschehene Veränderungen zu bewerten.“

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