13.10.2014 Antifaschismus als Feindbild

domstraße2.3Mit mehr als 70 Gästen erlebte der Merseburger Salon am 13. Oktober 2014 einen Besucherrekord. Zu Gast war der ehemalige Merseburger und jetzt in Jena lebende Pfarrer Lothar König, der gemeinsam mit Sebastian Striegel, dem Moderator des Abends, die Frage erörterte, inwieweit antifaschistisches Engagement in Teilen der Justiz, Polizei und der Versammlungsbehörden auf Ablehnung stößt, ja als feindlich und bedrohlich angesehen wird.

Beispielhaft für diese Frage steht die immer noch am Amtsgericht Dresden anhängige Klage gegen Lothar König unter anderem wegen schwerem Landfriedensbruch.

 

domstraße 2.4Der Prozess gegen Lothar König ist der prominenteste Fall der sächsischen Repressionswelle gegen AntifaschistInnen, die im Februar 2011 versucht hatten, sich einem neuerlichen Naziaufmarsch mit mehreren Tausen TeilnehmerInnen zu widersetzen. Fast 1.400 Ermittlungsverfahren leitete die sächsische Justiz daraufhin ein, einige wurden und werden verhandelt, andere fallen gelassen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen kam es auch zu Hausdurchsuchungen, im Fall Lothar Königs auch in seinen Pfarrer-Diensträumen.

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Nachdem das Verfahren nun mehr als ein Jahr ausgesetzt war, wird der Prozess ab dem 10. November in Dresden neu aufgerollt und alle Anklagepunkte werden erneut verhandelt. In Lothar Königs Erzählungen wurde dabei auch deutlich, dass der Prozess neben dem hohen finanziellen Einsatz auch eine erhebliche emotionale Belastung für ihn und sein Umfeld darstellt.

Wer Lothar König unterstützen möchte, kann sich auf den Seiten der Soligruppe der JG Stadtmitte informieren. Dort gibt es auch aktuelle Informationen über den Verlauf des Gerichtsverfahrens.

Bilder: Philipp Schüller

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