Landesregierung fährt Bahnverkehr gegen die Wand

Eine Lok prallt gegen die Außenwand des Landtags. Vorne im Führerhaus sitzen Verkehrsminister Thomas Webel und Finanzminister Jens Bullerjahn. „Mit der vor die Wand gefahrenen Plastiklok hat meine Fraktion heute noch einmal davor gewarnt, die von der Landesregierung geplanten Kürzungen im Bahnverkehr in Sachsen-Anhalt umzusetzen“, sagt Sebastian Striegel Landtagsabgeordneter von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

„Die verfehlte Verkehrspolitik der großen Koalition hat auch Auswirkungen auf die Mobilität im Saalekreis. Die Bahnstrecke Merseburg-Schaftstädt soll Mitte Dezember eingestellt werden.Die Landesregierung gefährdet damit die Mobilität im ländlichen Raum und die Tourismuswirtschaft“, so der Abgeordnete aus dem Saalekreis. Striegel: „Ein gut getakteter Bahnanschluss ist unverzichtbar für die Mobilität, die wirtschaftliche Entwicklung und die Attraktivität des ländlichen Raums. Nur mit einem guten Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr lässt sich die Abwanderung im ländlichen Raum stoppen.

Die Strecke Merseburg-Schafstädt hat für die touristische Entwicklung der Region rund um den Geiseltalsee eine wichtige Funktion. Busse allein können diesen Wegfall nicht kompensieren. Die Goethestadt Bad Lauchstädt wird mit dem Wegfall der Bahnlinie noch weiter vom Bahnverkehr abgekoppelt.

Der Nahverkehr in Sachsen-Anhalt ist chronisch unterfinanziert, es steht zu befürchten, dass auch im nächsten Jahr wieder Strecken stillgelegt werden müssen. Deshalb hat meine Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN Änderungsanträge in die kommende Plenarsitzung eingebracht, die für eine zukunftsfeste Finanzierung aller Bahnlinien in Sachsen-Anhalt sorgen. Für den Saalekreis wie für ganz Sachsen Anhalt gilt: Die Menschen brauchen einen öffentlichen Nahverkehr, der die intakte Anbindung an die Mittel- und Oberzentren garantiert.“

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