Striegel: „Tierschutz-Kontrollen im Saalekreis intensivieren“

„Ich bin froh, dass nach langen Jahren der Saalekreis endlich wirksam gegen die SAZA vorgeht. Wer als Tierhalter dauerhaft gegen Tierschutzbestimmungen verstößt, muss mit Konsequenzen rechnen. Es ist richtig, dass die Veterinärbehörde nun den Abtransport von 134 Sauen verfügt hat. Weitere Kontrollen bei der SAZA müssen folgen, Verstöße gegen Tierschutzstandards im Saalekreis müssen konsequent geahndet werden. Bereits im Sommer 2014 stellte die Tierschutorganisation ARIWA eine Strafanzeige gegen SAZA wegen der tierquälerischen Haltungsbedingungen.“

„Die Verfehlungen der SAZA im Bereich Tierschutz sind groß. Mit der Antwort auf die Kleine Anfrage (Drs. 6/2916) meiner Fraktionskollegin Dorothea Frederking sind die tierschutzrechtlichen Verstöße der SAZA von der Landesregierung bereits im März 2014 öffentlich bestätigt worden. Unter anderem bekommen die Tiere zu wenig Wasser und die Sauen werden über Wochen eingequetscht in viel zu engen Kastenständen gehalten.“ „Dass die SAZA versucht, mit dem Aufbau von Druck auf Transportunternehmen den Abtransport der Sauen zu verhindern, zeigt, welches Geschäftsgebaren dieses Unternehmen an den Tag legt.“

 

Dorothea Frederking, Agrarpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, ergänzt:

„Nach dem Tierhaltungsverbot für den Schweinezüchter Adrianus Straathof greift nun auch das Veterinäramt im Saalekreis gegen tierschutzrechtliche Verstöße durch. Endlich beginnen die Behörden in Sachsen-Anhalt, gegen unsägliches Tierleid vorzugehen. Das sind längst überfällige Schritte und das Ministerium als oberste Fachaufsicht muss dem Tierschutz eine höhere Priorität geben. Das hat Landwirtschaftsminister Aeikens leider seit Jahren versäumt.“

„Die Gesellschaft steht an einem Umkehrpunkt und fordert mehr Tierwohl. Der Rückzug aus dem tierquälerischen Umgang muss eingeleitet werden. Jetzt brauchen wir den Einstieg in eine wirklich artgerechte Nutztierhaltung: mehr Platz im Stall, Einstreu, Auslauf im Freien, ausreichend Beschäftigungsmaterial und kein Abschneiden von Körperteilen (Schnäbeln bei Legehennen, Ringelschwänze bei Schweinen, Hörner bei Kühnen). Das muss eindeutig und klar in Gesetzen und Verordnungen festgehalten werden.“

„Neben dieser politischen Verantwortung muss der Handel sein ruinöses Preisdumping beenden und den Erzeugern ein vernünftiges Auskommen gewähren, die  Verbraucherinnen und Verbraucher müssen faire Preise für faire Produkte bezahlen, die Behörden müssen unangekündigt und vollumfängliche tierschutzrechtliche Kontrollen durchführen und die Halter müssen ihre Tiere als fühlende Mitgeschöpfe betrachten. Die Agrarwende muss jetzt eingeleitet werden.“

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