Merseburg: Für FahrradfahrerInnen nur Mittelmaß

Beim heute in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Merseburg nur im hinteren Mittelfeld auf Platz 173 der fahrradfreundlichsten Kommunen. 292 Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Merseburgs Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit Fahrradabstellanlagen und dem Stellenwert des Radverkehrs. Lichtblicke gibt es dagegen bei der Erreichbarkeit der Innenstadt.

Der ADFC-Landesgeschäftsführer Christoph Deike sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt – deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Merseburgerinnen und Merseburger auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z.B. durch mehr Tempo-30-Zonen, mehr Fahrradabstellanlangen und radfahrerfreundlichen Lösungen an Baustellen. Wenn Merseburg will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss mehr getan werden als nur von Radverkehrsförderung zu reden. Der ADFC steht mit Fachwissen als Dialogpartner bereit.“

Merseburg liegt bundesweit auf Platz 173 von 292 in der Kategorie der Kommunen unter 50.000 Einwohner, im Landesvergleich innerhalb dieser Kategorie auf Platz 3.

Im Durchschnitt geben die Merseburger die Schulnote 3,81 für die Fahrradfreundlichkeit. Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, dass vor allem das Fehlen von sicheren Fahrradabstellanlangen ein Problem ist, damit hängt auch die hohe Unzufriedenheit beim Thema Fahrraddiebstähle zusammen.

Den Grünen Landtagsabgeordneten Sebastian Striegel aus Merseburg bestärkt dieses Ergebnis darin, dass die Verbesserung der Radwegequalität viel Luft nach oben hat. „Zwar freue ich mich, dass viele Bürgerinnen und Bürger an dem Klimatest teilgenommen haben und so Merseburg im Ranking vertreten ist, aber leider sind die Ergebnisse hierzu alles andere als erfreulich. Ein Mangelhaft für die Radwege muss ein Ansporn für die Stadtverwaltung sein, mit den Bürgerinnen und Bürgern in Dialog zu treten, wie die Qualität und Sicherheit von Radwegen erhöht werden kann. Dass diese Bereitschaft da ist zeigt der Radwegeklima-Check der ADFC.

Als bündnisgrüner Abgeordneter werde ich gemeinsam mit dem ADFC und dem Radlerverein Merseburg an konkreten Verbesserungen für Radfahrende in Merseburg arbeiten. Dazu gehört auch, dass wir den erfolgreichen Radwegecheck fortführen werden.“

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