Endlich ankommen dürfen!

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU) hat auf Einladung  von Sebastian Striegel die Gemeinschaftsunterkunft in Krumpa besucht. Im Anschluss traf er sich im Mehrgenerationenhaus Merseburg mit Geflüchteten.

Sebastian Striegel sagte im Anschluss: „Geflüchtete, die im Saalekreis leben und die sich in der Saalekreis Refugee Association organisiert haben, übergaben heute dem Ministerpräsidenten bei einem Besuch in der Gemeinschaftsunterkunft in Krumpa ihre Forderungen. Sie erbitten von den Verantwortlichen in Sachsen-Anhalt mehr Anstrengungen für dezentrale Unterbringung, die Erlaubnis, sofort einer Arbeit nachgehen zu dürfen und den vollen Zugang zu Bildung. Ich unterstütze diese Forderungen. Sie sind ein starkes Zeichen, dass Geflüchtete im Saalekreis ankommen wollen. Als länger hier lebende Menschen müssen wir dafür die Voraussetzungen schaffen!

Der Saalekreis lässt noch immer über 250 Geflüchtete in der Gemeinschaftsunterkunft in Krumpa unterbringen. Dort sind die Voraussetzungen für eine Integration nicht gegeben. Die dort lebenden Menschen beklagen sich über mangelnde Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Freizeit, über fehlende Bildungsangebote und Möglichkeiten, sich gesellschaftlich einzubringen. Der Landkreis tut zu wenig, um für eine angemessene Betreuung der Geflüchteten zu sorgen. Die mit dem Betreiber abgeschlossenen Verträge sind mangelhaft und sichern dem Landkreis kaum Einflussmöglichkeiten auf die Qualität von Unterbringung und Betreuung.

Seit mehr als einem Jahr engagieren sich im Saalekreis Ehrenamtliche für Geflüchtete. Sie bieten mit großem Einsatz Deutschkurse an, helfen bei Behördengängen, spenden Trost in schwierigen Lebenssituationen, organisieren Rechtsberatung und tragen die Anliegen von Geflüchteten mit an die Öffentlichkeit. Besonders im Mehrgenerationenhaus und im Rahmen des Café Internationale zeigt sich das große Engagement. Unter den Ehrenamtlichen sind unzählige Studierende der Hochschule Merseburg. Mein Dank gilt all denjenigen, die sich hier schon über lange Monate einbringen. Ihr Engagement ist notwendig und richtig! Es muss öffentlich mit Wertschätzung bedacht werden. Juristisch nichtige Hausverbote gegen alle Studierenden der Hochschule Merseburg, wie vom Betreiber der Unterkunft in Krumpa ausgesprochen, sind ein hilfloser Versuch, dieses Engagement öffentlich zu diskreditieren. “

In ihrem ‚Ruf aus Krumpa‘ schreiben die Geflüchteten: ‚Wir sind hier als Flüchtlinge. Wir wollen in diesem Land leben. Wir warten darauf, nicht mehr in Krumpa leben zu müssen, sondern in dezentralen Unterkünften. Wir warten auf die Möglichkeit zu arbeiten und wir wollen arbeiten, damit wir für unseren Lebensunterhalt selbst aufkommen können. Wir warten darauf, den vollen Zugang zu Bildung zu bekommen, denn Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg! Wir kämpfen dafür vollständig in diese Gesellschaft integriert zu werden.‘

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