Kirchenasyl für tschetschenische Familie in Merseburg

Der Landkreis Saalekreis beabsichtigte am gestrigen Tage die Abschiebung einer siebenköpfigen tschetschenischen Familie mit zwei kranken Kindern. Weil vor der Unterkunft der Familie Aktivisten friedlich protestierten und bis heute dort ausharrten, verzichtete der Landkreis darauf, die betreffende Familie zur Ausreise aufzufordern und brach den Abschiebeversuch ab. Die Familie ist mittlerweile im Kirchenasyl.

IMG_4045Dazu äußert sich Sebastian Striegel, bündnisgrüner Abgeordneter für den Saalekreis: „Ich bin dankbar und erleichtert, dass der Evangelische Kirchenkreis Merseburg der siebenköpfigen Familie Zuflucht im Kirchenasyl gewährt hat. Das ist ein Zeichen gelebter christlicher Solidarität mit einer Familie in Not.

Eine Abschiebung der Familie, ggf. sogar deren Trennung, ist durch den engagierten und konsequent friedlichen Protest von über 100 Unterstützerinnen und Unterstützern, die in den letzten 36 Stunden vor dem Haus ausharrten unmöglich gemacht worden. Hier hat sich praktische Solidarität mit Geflüchteten gezeigt.

Es ist nun an der Zeit, dass die Zuständigen im Saalekreis und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine humanitäre Lösung für die betroffene Familie anstreben. Die Familie möchte in Deutschland bleiben, weil ihre Kinder hier bereits integriert und z.B. im Sportverein engagiert sind. Das muss ermöglicht werden.“

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