Schulzugang für Flüchtlingskinder wird vereinfacht

Im Saalekreis konnten viele schulpflichtige Kinder von Geflüchteten zum Teil monatelang keine Schule besuchen. Um das Recht auf Bildung für alle Kinder zu ermöglichen, hat sich der Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) an das Kultusministerium gewandt. Minister Dorgerloh hat nun mitgeteilt, dass der Zugang von Flüchtlingskindern zum Schulunterricht landesweit vereinfacht wird.

Statt einer kinder- und jugendärztlichen Untersuchung vor Aufnahme in die Schule reicht nun ein Gesundheitszeugnis über die Erstuntersuchung der betroffenen Kinder in der Erstaufnahmeeinrichtung aus. Die kinder- und jugendärztliche Untersuchung kann zukünftig stattfinden, nachdem der Schulbesuch bereits begonnen hat. Damit soll sichergestellt werden, dass Kinder von Geflüchteten unmittelbar nach Verteilung auf die Landkreise und kreisfreien Städte bei den Schulen angemeldet werden können und den Unterricht auch tatsächlich besuchen können. Der Verhinderung von Infektionsgefahren wird durch die Erstuntersuchung Rechnung getragen.

Sebastian Striegel: „Ich danke dem Kultusministerium und dem Ministerium für Arbeit und Soziales für die Vereinfachung der bisherigen Regelungen. Im Saalekreis haben diese dazu geführt, dass viele junge Geflüchtete über lange Zeiten nicht am Unterricht teilnehmen konnten. Hier ist ein unhaltbarer Zustand entstanden.

Ich erwarte nun, dass alle Beteiligten (Schulen, Kreisverwaltung, Schulverwaltungsamt) die neuen Regelungen unverzüglich umsetzen. Jedes Kind, das auf den Saalekreis verteilt wird, muss vom ersten Tag an eine Schule besuchen können. Die für den Landkreis tätigen Institutionen (BIH, Works gGmbH) müssen die betroffenen Eltern bei der Wahl der Schule für ihre Kinder und bei den Anmeldungsgesprächen unterstützen.

Integration braucht Bildung. Das Recht auf Bildung darf auch für die Kinder von Geflüchteten nicht außer Kraft gesetzt werden!“

Verwandte Artikel